Prinzipien

An bestehende Strukturen anknüpfen

Etliche Gehege und Anlagen wurden in den letzten zehn bis 15 Jahren erneuert und wurden zu attraktiven Highlights des Zoos, darunter RioNegro, Gorilla-Busch, Elefanten- und Giraffenhaus, Lemuren-Insel, Bären- und Tiger-Anlage. Diese Anlagen bilden die Kerne der ausgewiesenen zoologisch-geografischen Themenbereiche. Dazu gehört auch die Umnutzung bestehender Häuser wie beispielsweise des Raubtierhauses.

Minimalinvasiv Umgestalten

Schon aufgrund der finanziellen Lage sind keine groß angelegten Neubauten oder Überplanungen ganzer Zoobereiche möglich. Daher sollen die Themenbereiche hauptsächlich durch Umbesetzung der vorhanden Anlagen, wenn nötig verbunden mit moderaten Umgestaltungen, entstehen. Einzelne Gehege, etwa ein neues Löwengehege im Südwestafrika-Bereich Damaraland, werden dennoch vollständig neu errichtet werden müssen. Darüber hinaus schließt das Konzept ohnehin notwendige Sanierung, etwa des Äquatoriums, mit ein.

Wiedererkbarkeit erhalten

Dadurch, dass eine komplette Überplanung ausbleibt, bleiben langjährig vertraute Strukturen erhalten, etwa die klare Wegführung durch die Parkteile und architektonische Landmarken. Tierhäuser im Stil verschiedener Jahrzehnte wie Giraffenhaus, Raubtierhaus oder Afrikanum bleiben erhalten, werden zum Teil umgenutz und gestalterisch moderat erneuert, aber nicht bis zur Unkenntlichkeit durch Kulisse verdeckt.

Schwerpunkte vertiefen

Der Tierbestand des Zoo Duisburg ist nicht nur breit gefächert, sondern setzt selbst bereits die geografischen Schwerpunkte. Dazu gehören u.a. der westafrikanische Regenwald mit seinen bedrohten Primaten, die Dornbusch-Savanne des südwestlichen Afrikas mit Breitmaulnashörnern und Burchell-Zebras, nicht zu vergessen Lemuren und Raubtiere Madagaskars und Beuteliere Australien.

Schwerpunkt Dornbuschsavanne Südwestafrika
Schwerpunkt Regenwald Westafrika

Diese Schwerpunkte sollen vertieft werden, indem Arten den Standort im Park wechseln und so zusammengeführt werden. So können den Besuchern auch der Seltenheitswert großer Teile des Tierbestandes besser vermittelt und Abgrenzungs- und Alleinstellungsmerkmale gegenüber benachbarten Zoos herausgearbeitet werden.

Schwerpunkt Australien
Schwerpunkt Madagaskar
Aufenthaltsqualität erhöhen

Die Aufreihung wenig attraktiver, auf einen Blick überschaubarere Flächen-Gehege in den Mittelteilen beider Zoohälften wird durch das Konzept aufgebrochen. Die Flächen werden so neu gestaltet und besetzt, dass eine größer Abwechslung an Arten und Landschaften zustande kommt und die Besucher Einblicke von unterschiedlichen Standpunkten haben und so länger vor den einzelnen Gehegen vorweilen.

Die Aufenthaltsqualität in den Tierhäusern wird für einen längeren Aufenthalts verbessert. Die bestehenden Häuser werden mit zusätzlichen Arten für die Innenhaltung besetzt. Insebsondere das Afrikanum wird erneuert und den Besuchern wieder zugänglich gemacht. Einige neue Warmhäuser mit überdachten Besuchereinblicken kommen dazu, so dass auch bei mäßigem Wetter und im Winterhalbjahr die Besucher mehr vom Zoobesuch haben.

Erlebnischarakter steigern

Einzelne Zonen innerhalb der Themenbereiche sind nach landschaftlichen oder architektonischen Vorbildern der jeweiligen Regionen gestaltet. Als thematische Zentren verbinden sie Tierbeobachtung, Information und ggf. auch Gastronomie, nehmen die Besucher mit in die geografische Region, die in dem jeweiligen Bereich thematisiert wird und sorgen für exotische Atmosphäre.

„Wie in der Eifel.“

„Das sieht hier aus wie Bayrischen Wald.“

Besucherkommentare zur Kaiserberg-Anlage

Ziel dabei ist allerdings nicht die flächendeckende kulissenhafte Ausgestaltung des Parks. Insbesondere bei der Gehegegestaltung und -begrenzung dominieren Naturmaterialien, um den Eindruck natürlicher Lebensräume zu erzeugen. Benennungen der Themenbereiche und einzelner herausragender Anlagen verweisen auf Landschaften und Lebensräume, verzichten aber auf exotische Namen, die für den Besucher schwer zu merken und noch schwerer auszusorechen sind.

Wissen kontextualisiert vermitteln

Die zoologisch-geografische Themenbereich präsentieren Tierarten im Kontext ihres Lebensraumes besser als verstreute Einzelgehege es vermögen, ermöglichen, Verknüpfungen zwischen verschiedenen Arten herzustellen und letztendlich auch über die Zusammenhänge zu informieren, die zu ihrer Bedrohung führen. Solch vernetztes Wissen wird nachhaltiger aufgenommen, behalten und auch erinnert als losgelöstes Inselwissen.